Wieso eine Welle dein Leben verändern wird!

Egal, wo auf der Welt du bist, eins werden dir die Surfer immer sagen: „You never forget your first wave!”

Ganz ehrlich, da ich schon als sehr junges Mädchen Surfen gelernt habe, erinnere ich mich tatsächlich gar nicht an meine erste Welle… und das finde ich wirklich schade, vor allem, wenn ich überlege was für ein intensives Glücksgefühl ich beim Surfen einer einzigen Welle bekomme! Das erste mal auf einem Surfboard zu stehen und von der Welle getragen zu werden muss ein unbeschreibliches Gefühl sein! Und ich bin mir sicher, dass du das dein ganzes Leben lang nicht vergessen wirst 😉

Jetzt fragst du dich bestimmt: wieso soll aber so ein kurzer Moment mein Leben verändern, ich meine der ist ja nicht mal ein paar Sekunden lang? Gute Frage, hier also die fünf wichtigsten Punkte, weshalb eine Welle dein Leben verändern wird.

wahrscheinlich wird deine erste Welle nicht so aussehen 😉 aber das Gefühl ist dasselbe!
Surfen macht süchtig…

Denn es hört nach deiner ersten Welle nicht auf. Du wirst diese Gefühl noch mal haben wollen, noch mal, wie als würdest du fliegen, von einer Welle daher getragen werden, noch mal eins mit dem Meer werden! Denn dieses besagte Gefühl in diesem Moment, auch wenn er noch so kurz sein sollte, macht süchtig.

… und es ist die gesündeste Sucht der Welt

Surfer haben durchtrainierte, nahezu perfekte Körper, von der Sonne natürlich gebräunte Haut, blondes lockeres Haar. Vergiss Bauch-Beine-Po oder langweilige Home-Workouts, denn das viele Surfen wird dich fitter machen als je zuvor und deinen Körper auf natürliche Art und Weise sexy aussehen lassen.

du wirst die Welt bereisen

Die Suche nach der perfekten Welle hat kein Ende #endlesssummer. Du wirst immer bessere und größere Wellen surfen wollen, wirst immer dem besten Swell hinter her jagen. Dein Urlaub wird nicht mehr nach berühmten Attraktionen oder dem besten Wetter geplant, viel mehr wirst du immer zu den besten Surfspots wollen – und das kann auch mal an die Atlantikküste im Winter bei 5 Grad sein 😉 Hört sich nicht sehr attraktiv an? Falsch, die endlose Suche macht das Surfen besonders! Keine andere Sportart ist so sehr abhängig von der Natur, wie das Wellenreiten! Um so mehr du dich deinem Ziel näherst, um so einiger fühlst du dich mit dem Meer und der Erde!

Surfen wird dir ganz neue Reiseziele eröffnen – und das ist nicht immer die Karibik
am Ende entscheidet Mutter Erde

Du kannst so viel planen, wie du willst, am Ende entscheidet immer Mutter Erde! Stell dir. vor, du hast deinen nächsten Surftrip geplant, Flug gekauft, Unterkunft gebucht, mit riesiger Vorfreude deine Koffer gepackt… und dann kommst du an und das Meer ist flach, keine Welle weit und breit! So ein Mist aber auch!!! Natürlich ärgert man sich im ernsten Moment, doch als Surfer lernst du mit diesen frustrierenden Situationen umzugehen. Und noch viel mehr lernst du tiefen Respekt für die Natur! Denn, wenn es dann eine Woche später perfekte Barrels gibt, freust du dich umso mehr endlich ins Wasser zu kommen!

du lernst den Moment zu genießen

Endlich gibt es also die perfekten Wellen auf die du gewartet hast. Als Surfer weißt du es zu schätzen, wie besonders ein Moment sein kann! Wenn du im Wasser auf die Welle wartest, lebst du nur im Hier und Jetzt, alle anderen Sorgen versinken langsam im Hinterkopf. Du genießt einfach nur diesen unglaublichen Moment, dankst der Natur, dass sie dir solch perfekte Wellen schenkt! Du lernst mit dir selber umzugehen, dieses gefühlt ewige Warten auf die Welle alleine zu überstehen, du lernst mit dir selber glücklich zu sein!

die welle kann noch so perfekt sein, sie ist niemals perfekt genug!

Das Leben als Surfer ist einfach durch und durch besser! Und alles fängt mit dieser ersten Welle an. Die Welle, die du nie mehr vergessen wirst!

Solo-Surf-Travel-Tips für Frauen – als einzige Surferin in einem fremden Line-Up

Vor noch einem knappen Jahr habe ich es gehasst alleine surfen zu gehen! Ich habe mich immer unwohl gefühlt, dass mich die ganzen Kerle nicht respektieren und ich keine Welle abbekomme. Und so war es auch.

Jetzt gerade komme ich von einem 3 Stunden Session im australischen Surf-Mecca Byron Bay wieder. It was pumping! – und crowded: auf meiner Sandbank waren ich und rund 50 Typen. Ich gebe zu, hier in Australien ist das eher selten, aber heute war es so: ich war das einzige Mädchen weit und breit, beim Rauspaddeln waren alle Augen auf mich gerichtet. Und ich hatte so viele gute Wellen wie noch nie davor.

volle Line-Ups; aber wo sind die Mädchen?

Aber wie gesagt, so war es nicht immer… Wer kennt es nicht: du paddelst eine Welle an, neben dir ein blonder Lockenkopf mit Sixpack und zu viel Selbstliebe. Ihr beide mastert den Take-Off und obwohl du eindeutig tiefer saßt, kannst du die Welle so oft callen, wie du willst, der Surfer-Boy lässt sich bei seinem Cutback nicht stören. Und das geht dann die ganze Session so weiter. Wenn einer anfängt, dauert es nicht lange bis die anderen auch mitziehen und schon kriegst du keine einzige Welle mehr ab. Bei mir ging es noch weiter und ich fühlte mich so unwohl, dass ich die Welle nicht mal mehr callte, sondern sie dem Prinzen einfach überlassen habe.

Trotzdem entschied ich mich dazu, den Surftrip alleine anzutreten und es war die beste Entscheidung! Aber halt, hier kommt noch nicht die Lösung – einige Monate ging es noch so weiter. Welle anpaddeln, mist da ist noch jemand… ja, ok, du kannst die haben, ich nehme einfach die nächste. Aber Aufgeben war nicht! So wurde ich einfach ein Fan von On-shore-Surf, nicht etwa wegen den guten Windwellen 😉 sondern viel mehr weil die Line-Ups viel leerer waren. Ich verbesserte mich stetig und kann mittlerweile easy mit den australischen Boys mithalten. Und schwups, ich werde in Line-Ups von allen respektiert und surfe jede Welle, die mir zu steht.

Und das liegt nicht daran, dass ich jetzt eine bessere Surferin bin! – ich wünsche mir so sehr, dass ich das meinem jüngeren Ich sagen könnte: ich bin heute schlichtweg selbstbewusster. Klar, dass ein junges, zerbrechliches, schüchternes Mädchen nicht als Gleichgesinnte gesehen wird.

Selbst, wenn du noch auf keinem Profi-Level bist, kannst du dir deinen Respekt im Line-Up verdienen! Zeige einfach etwas mehr Souveränität und gleich macht das Ganze noch viel mehr Spaß! Du hast mindestens genauso hart gearbeitet, um an diesen Punkt zu kommen, wie alle anderen Surfer hier auch! Hattest genauso viel Muskelkater, blaue Flecken und literweise Salzwasser im Bauch. Du verdienst es alle DEINE Wellen zu surfen und Spaß im Wasser zu haben! Confidence is the key!

Leider sind Mädchen im Line-Up immer noch eine Seltenheit. Klar, dass sich alle Boys zu dir umdrehen, wenn du mal wieder als einzige Surferin raus paddelst. Nicht selten bekomme ich eine Anmache im Wasser. Ob und wieweit man eine neue Bekanntschaft führen möchte, ist letztendlich jedem selber überlassen 😉 Falls man gerade nicht in der Stimmung ist reicht meist eine klare, aber nette Ansage und der Typ verkriecht sich wieder. Falls er es doch etwas weiter treiben muss, paddel ich einfach zur nächsten Surfergruppe, z.B. auf die nächste Sandbank (sehe es einfach als gutes Workout ;)). Meistens kriegen andere Surfer schnell mit, wenn ein Typ zu aufdringlich wird und schreiten ein! Soweit, dass er trotzdem nicht locker gelassen hat und ich mich im Line-Up nicht mehr wohl gefühlt habe, ist mir erst zwei mal vorgekommen. Dann habe ich die Session kurzer Hand abgebrochen und mir stattdessen einen guten Kaffee im nächsten Beach-Shack gegönnt. Aufregen bringt auch nichts… ;D Außerdem bringt so ein kleines Kompliment oder auch nur ein Hinterher-Pfeifen, wenn man die Welle runter rast, immer irgendwo einen kleinen confidence-boost mit sich. Just see it positive!

Aber nicht nur die ekligen Kerle bemerken dich. Wenn noch ein anderes Mädchen an deinem Spot surfen ist, wird sie direkt auf dich aufmerksam werden. Ist dir mal aufgefallen, dass alle Girls im Line-Up auf einem Haufen sitzen, selbst wenn sie sich davor noch nie getroffen haben? Wieso ist das so? Ganz einfach, von Anfang an haben sie eine große Gemeinsamkeit: sie sind eines der wenigen Surfer-Mädchen – du auch – das verbindet. Ich habe schon so viele nette Mädels während dem Surfen kennengelernt, viele von Ihnen wurden zu meinen besten Freundinnen!

mit meinen neuen Surf-buddys trinke ich beim Sonnenuntergang ein paar after-surf-beers
– Sunset point, Uluwatu, Bali, Indonesien –

Den Surf-Trip alleine anzutreten, war die beste Entscheidung meines Lebens! Und ich würde es jedem anderen Surfer-Girl empfehlen. Die Freiheit, die das Allein-Reisen bringt ist einfach unbeschreibbar! Jeden Tag kann ich machen und lassen, was ich will.

Doch bringt das auch viel Verantwortung mit sich: jeden Tag muss ICH entscheiden in welche Richtung es gehen wird, alleine ICH bin verantwortlich, was passieren wird. Solo-Travel wird dich nicht nur einmal in eine Situation bringen, wo du dich unwohl fühlst und niemanden Vertrauten um dir hast, der dir aus der Peitsche hilft. Doch das sind die Momente, die es für mich so besonders machen! Diese Momente prägen dich für dein Leben und du wirst danach stärker dastehen als davor. Ich merke, wie sehr ich schon in diesen 9 Monaten gewachsen bin und freue mich so sehr auf die nächsten Monate und Jahre, die noch vor mir stehen. Und das Beste daran: ich kann jeden Tag surfen gehen!!

Zum Weiterlesen:

Janine von Goodtimes Mag berichtet von ihrem Solo-Surftrip nach Portugal. Sehr angenehm zu lesen, mit vielen Tips und Motivation für reisende Surf-Chiccas!
https://goodtimes-mag.de/unterwegs-portugal/

Sabine von Sea you soon gibt hilfreiche Tips, um als Frau sicher um die Welt zu reisen:
https://www.seayousoon.de/sicherheit-im-surfurlaub-als-frau-alleine-in-den-surfurlaub/

Wie du trotz Quarantäne fit bleibst (mit kostenlosen Trainingsplan)

Dir kommt das viele auf-der-Couch-Rumsitzen und Netflix schauen zu Ohren raus? Dir ist langweilig, weil du nicht rausgehen darfst? Du möchtest gesünder und fitter aus der Krise rauskommen, als du es davor warst? Dann bist du hier genau richtig! Ich zeige dir, wie ich mich während der Ausgangsperre fit halte und stelle dir ein kurzes Workouts vor, dass Du easy zu Hause machen kannst!

Meine Geheimwaffe zum fit bleiben ist so simpel, wie sie nur sein könnte: ich gehe einfach so viel wie nur irgendwie möglich surfen! Das heißt ich verbringe teilweise bis zu 7 Stunden pro Tag im Wasser. Ziemlich gemein, ne? 😉 Sorryyyy, ich weiß sehr wohl, dass es bei weitem nicht jedem so gut wie mir. An alle landlocked Surfer da draußen: Ihr habt mein herzlichstes Beileid! Aber vielmehr noch Eure Mitmenschen, die es während der Quarantäne mit Euren grummeligen Moods zu tun haben… stay positive!

ich bin so unglaublich dankbar dafür, dass ich surfen gehen kann!

Wie dem auch sei, sogar ich kann nicht immer surfen gehen. Wenn das Meer mal gerade keine Lust auf Wellen hat oder ich irgendwo im Nirgendwo weit weg vom Wasser bin, dann ersetze ich die fehlende Bewegung kurzer Hand durch eine andere Sportart. Und das kannst auch Du zu Hause machen! Es empfiehlt sich eine Sportart zu wählen, die einem Bock macht – es soll keine Überwindung darstellen, sondern viel mehr Dir und Deinem Körper eine Freude bereiten!

Ich gehe am liebsten Skaten; als Ex-Triathlet wähle ich aber auch nicht selten die Klassiker: Schwimmen, Radeln oder Laufen. Ein paar weitere Ideen für dich zu Hause: Yoga, Inliner, Sclacklinen, Nordic-Walking oder der gute alte Trimm-dich-Pfad. Es wäre am besten, wenn Du dieser Sportart 3-4 mal pro Woche für mindesten 30 Minuten nachgehst – natürlich kannst Du die Disziplinen auch wild durcheinander würfeln 😉

Außerdem mache ich 2-4 mal die Woche ein Workout, nur mit meinem eigenem Körpergewicht und ohne Fitnessgeräte – eignet sich also super für Dich zu Hause! Anbei zeige ich Dir den Trainingsplan für meinen Körperspannungszirkel. Ich brauche hierfür ca. 25 Minuten. (In Klammern schlage ich Dir eine Vereinfachung der Übung vor / und eine anstrengendere Variante).

  1. Unterarmstütz (auf Knien / ganzen Körper vor und rück bewegen)
  2. Seitstütz rechts (mit Stützbein / oberes Bein nach oben ausstrecken)
  3. Seitstütz links (mit Stützbein / oberes Bein nach oben ausstrecken)
  4. Brücke ( – / Hüfte absenken und wieder heben)
  5. Paddeln – kurze Erklärung: in Bauchlage Arme und Beine anheben und diese hoch und runter paddeln ( – / – )
  6. Boat Pose (Beine anwinkeln / Körper und Beine mehr absenken)
  7. Crunches ( – / Sit-Ups)
  • 3 Sets à 7 Übungen, jede Übung für 1 Minute (30 sek / 1:30 min), keine Pause zwischen den einzelnen Übungen (!!!), 1:30 min Setpause

Also runter vom Sofa und rein in die Sportsachen! Ganz ehrlich, was hast Du schon besseres zu tun?

Zur Unterhaltung:

wie Skifahrer während der Quarantäne zu Hause trainieren: https://www.instagram.com/p/B-koL4AHbH0/

und Volleyballer: https://www.instagram.com/p/B-tllnhHaIa/

Wir ziehen um!

In einem fremden Land, mit ungewisser Zukunft und ohne zu Hause… so konnte es nicht weiter gehen!

Schon nach nur einem Tag in unserem Hotel war für uns klar: wir brauchen ein zu Hause! Niemand weiß, wie lange wir in Australien festsitzen werden, aber es sieht nach einer ganzen Weile aus. Das Hotel war zwar so ganz hübsch, aber es fehlte irgendwie an diesem heimischen Gefühl und außerdem ist es auf Dauer ziemlich teuer und das Geld ist eh schon knapp.

Also setzen wir auf der Byron Bay FB Seite einen Post rein, in dem wir unsere Lage schilderten. Zu unserer großen Überraschung haben wir sehr viele Nachrichten bekommen. Die meisten wollten uns einfach viel Erfolg wünschen und etwas Mitleid schenken – hat unsere Herzen auch sehr erwärmt, aber gebracht hat es nicht wirklich was – aber es gab auch einige die uns ihre Ferienwohnungen zu günstigen Preisen angeboten haben, an Urlauber vermieten können sie es momentan sowieso nicht.

So kommt es, dass wir nun in einem wunderschönem Strandhaus in einem hippen 3,5-tausend-Leute-Kaff an der Ostküste Australiens wohnen.

Unser neues Wohnzimmer: ich hab ein Puzzle gefunden und wollte es eigentlich puzzeln, aber jetzt liegt es seit zwei Tagen unberührt im Weg rum

Für Anke geht ein Traum in Erfüllung, schon mein ganzes Leben musste ich mir anhören, dass sie eigentlich am Strand wohnen will und dieses Stadtleben ihr immer auf den Keks geht. Wer hätte gedacht das ihr Wunsch aus einer Notlage raus erfüllt wird ;D Für mich ist es nach fast 9 Monaten am Strand zur Gewohnheit geworden, ein glückliches Leben ohne Meernähe ist für mich einfach nicht mehr vorstellbar! Ich bin unglaublich dankbar, dass ich dazu die Möglichkeit habe!

quasi direkt vor der Haustüre!

Schon nach 2 Tagen fühle ich mich in unserem neuen Zuhause pudelwohl. Der Surf ist gut und nur 50m von meinem Wohnzimmer entfernt, die Sonne scheint und es gibt genug zu essen – sogar Klopapier konnten wir ergattern! Das Leben fühlt sich fast wieder normal an. Doch im Hinterkopf schwirrt irgendwo noch die Geldsorge rum. Momentan einen Job zu bekommen ist aufgrund der Krise pur unmöglich. Das Ersparte reicht auch noch ne Weile, die Frage ist nur: reicht es lange genug?

Einmal nach Australien – und zurück?

Weshalb CORONA DARAN SCHULD IST, DASS MEIN ZUHAUSE AUF VIER ROLLEN NUN IN EINER AUSTRALISCHEN TIEFGARAGE VERWEILT 

Vor nun über einem halben Jahr ging es für mich los. Ich verabschiedete mich von all meinen Freunden, Familie und meinen Hund und sagte meinem alten Leben Adieu. Ab nun sollte ich ganz auf mich allein gestellt als Backpacker Australien erkunden. Ich sah die nächsten zwei Jahre als die Zeit meines Lebens vor mir! 

Und so begann meine Reise in Perth im Westen Australiens. Ich ging jeden Tag surfen, lernte viele wunderbare Menschen kennen und hatte mich schon nach einem Monat total in das Land und sein Volk verliebt! 

Den Sommer verbrachte ich in einem kleinen Dorf, wo ich als Bauarbeiter mein Budget auffüllte. Ganz nach ‚The Endless Summer‘ ging es danach erstmal für einen Monat nach Indonesien in den ‚Urlaub‘, wo ich zusammen mit zwei engen Freunden einen unvergesslichen Surftrip erlebte. 

Zurück in Australien kaufte ich mir einen 1986 Oldtimer-Van, um die Küste zu bereisen und mit ca. 90% der australischen Bevölkerung in überfüllten Gewässern die besten Surfspots der Welt zu besurfen. 

Vor gut 2 Wochen kam mich dann meine Mama besuchen. Anke plante für fast einen Monat zu bleiben, um danach wieder zu ihrem Job in Deutschland zurück zu kehren. Corona war zwar schon ein Thema, auch in Deutschland, doch Reisen ging noch uneingeschränkt und auch in Australien war die Welt noch ganz normal. 

Wir begannen unseren Roadtrip mit Sonnenschein und perfekten Wellen, surften an Stränden wie Bondi Beach, Coffs Harbour und Byron Bay, probierten exzellenten veganen Wein in einer der weltbekanntesten Weinregionen und genossen die Freiheit und Ruhe, die dieser Lifestyle mit sich bringt. 

Redhead Beach, ein wunderschöner Strand in Australien
Seal Rocks, Traumstrand und Surfspot

Doch dieses, für uns perfekte, Leben sollte schon bald ein Ende haben. Nach nur wenigen Tagen unserer Reise hatte sich Corona auch nach Australien ausgebreitet und die Regierung reagierte schnell und unvorhersehbar. 

Innenansicht von Lottes Van
Im Van lässt es sich hier gut leben
Van bei Redhead Beach
35 Jahre ist mein treuer Begleiter alt

Wir lasen im Internet Geschichten über Camper in Italien und Portugal, die dort in ihren Vans festsaßen, nur geschlossene Campingplätze und keine Möglichkeit um nach Hause zu kommen. 

Auch wir fühlten uns in meinem geliebten Van nicht mehr wohl. So entschlossen wir uns schweren Herzens den Roadtrip abzubrechen und ein Hotel in Byron Bay zu mieten, um die ganze Situation erst mal abzuwarten und dabei ein festes Dach über dem Kopf zu haben. 

Und nun sitze ich hier in meinem vier Sterne Appartement in einem kleinem Hippie-Ort an der Ostküste Australiens und vermisse das unbeschwerte Van-Leben. Ich bin total ungewiss über die Zukunft, so wie jeder andere auch. Doch bin ich einem fremden Land, ohne Einkommensquelle, ohne Job, ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld und mit sehr begrenztem Backpacker-Budget. 

Ich habe das Glück meine Mutter hier zu haben, die auf ihr angespartes Geld in Deutschland zurückgreifen kann und muss, um unseren Lebensunterhalt zu zahlen. Doch auch ihr Geld ist begrenzt und reicht natürlich nicht für die Ewigkeit. 

In wenigen Tagen müssen wir aus unserem Hotel ausziehen. Uns stellen sich viele Fragen. Wo geht es für uns hin? Wie lange müssen wir hier bleiben? Können wir bald zurück nach Deutschland? Wollen wir überhaupt zurück? Was passiert, wenn das Geld ausgeht? Und was wird die Regierung machen, wenn unser Visum abläuft? 

Auf viele dieser Fragen haben wir noch keine Antwort. Doch die Zeit bringt Antworten und der Kopf bringt Lösungen. 

Ich möchte diesen Blog nutzen, um im Laufe dieser schwierigen Zeit meine Erfahrungen mit euch zu teilen und aufzuzeigen, wie es Menschen außerhalb ihres Heimatlands in so einer Krisensituation ergeht, wie ich damit umgehe und diese Chance nutze, um mich weiterzuentwickeln.